Sägen mit Funktionsintegration
Mechanische Vorfertigung ist heute mehr als nur Sägen. Mit automatischer Materialzufuhr aus dem Magazin, Roboter-Abschnittsortierung nach Entnahme und weiteren mechanischen Bearbeitungen wird daraus ein multifunktionaler Prozess mit hoher Wertschöpfung.

Kasto_Automatisierung4 (Aufhänger,es kann auch anderes Bild probiert werden): Roboter bei der Entnahme einer Welle aus der Sägemaschine.
Kasto_Automatisierung4 (Aufhänger,es kann auch anderes Bild probiert werden):...
Früher als lästige Zusatzarbeit empfunden, heute eine wichtige, wertschöpfende Stufe der mechanischen Fertigung – das Thema Vorfertigung durch Sägen hat jetzt einen ganz anderen Stellenwert, was sowohl für die betriebsinternen Säge- oder Zuschnittabteilungen in Produktionsbetrieben als auch für den Metallhandel gilt. Beide sind Dienstleister, wobei anarbeitende Metallhändler längst über den Verkauf von Materialstangen allein hinaus sind.
Das wissen auch die Verantwortlichen der Klöckner Stahl- und Metallhandel GmbH, weshalb sie konsequent in noch mehr Dienstleistungs-Qualität investieren – wie in eine hochmoderne, zukunftsweisende Sägeanlage am Standort Landsberg/Saalkreis. Dabei handelt es sich um weit mehr als nur eine moderne Sägemaschine mit Zufuhrmagazin, denn es wurden zusätzliche Bearbeitungs- und Handling-Einrichtungen installiert.
Dahinter steckt die Philosophie von Klöckner Stahl- und Metallhandel, die Kunden aus einer Hand und JIT-orientiert mit vorgefertigten Rohwerkstücken zu beliefern, die dann ohne weiteren Handling- und Vorbereitungsaufwand in die Produktion mechanischer Teile einfließen können. Dass die Aufwendungen dafür vor allem auch unter Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsaspekten zu betrachten sind, und dass sich die Einrichtungen in hohem Maß universell sowie nutzungs- und anwendungsflexibel einsetzen lassen, versteht sich von selbst. Aus diesem Grund entschied man sich, nach gründlicher Bedarfs- und Leistungsanalyse sowie in enger Abstimmung mit dem Sägemaschinen- und Anlagen-Hersteller Kasto Maschinenbau 
KASTOvariospeed C 15-Sägeanlage bei Klöckner Stahl- und Metallhandel Landsberg – mit Zufuhrmagazin, Roboter-Sortierung KASTOsort und Zentrieranlage.
KASTOvariospeed C 15-Sägeanlage bei Klöckner Stahl- und Metallhandel Landsberg...
GmbH & Co. KG, für das Investment in ein Hochleistungs-Sägezentrum mit integrierten Zusatzfunktionen.
Sägen ist Materialhandling und mehr...
Die Anlage besteht aus einer Hochleistungs-Kreissägemaschine KASTOvariospeed C15, einem Vorlage- und Zufuhrmagazin für Rohstangen, einem robotergestützten Sägeabschnitt-Handhabungssystem KASTOsort und einer Zentrieranlage zum Zentrierbohren von gesägten Abschnitten.
Alle diese Komponenten sind in einer Anlage integriert, so dass die Auftragsbearbeitung –vom Auftragseingang bis zur Auslieferung sortierter und auf Wunsch mit Zentrierbohrungen versehener Rohwerkstücke – vollautomatisch und damit personalarm erfolgen kann. Die Voraussetzungen dafür sind so vielschichtig wie das Spektrum an verschiedenen, zu sägenden Voll-, Profil- und Rohrmaterialien aus unterschiedlichsten Werkstoffen. Aus diesem Grund fiel auch die Entscheidung für den universell einzusetzenden, CNC-gesteuerten Produktionskreissägeautomaten KASTOvariospeed C 15, der sich für die Sägebearbeitung auch schwer zerspanbarer Werkstoffen eignet.
Dabei können wahlweise HSS- oder Hartmetall- Kreissägeblätter eingesetzt werden, denn im Hartmetallbetrieb wird das Sägeblatt zusätzlich noch direkt vor und hinter dem Schnittkanal geführt. Die vollautomatische Materialzufuhr geschieht über einen präzisen NC-Materialvorschub mit Zugzange, der das Material für Abschnittlängen 
Dieses Bild zeigt das Entnehmen einer zentrierten Welle aus der Endenbearbeitungsanlage.
Dieses Bild zeigt das Entnehmen einer zentrierten Welle aus der Endenbearbeitungsanlage.
im weiten Bereich von 7 bis 2.000 mm reproduzierbar exakt positioniert. Die Materialversorgung der Maschine wiederum geschieht über ein Universalmagazin für Stangen bis max. 6.000 mm Länge. Das Magazin hat eine Vorlagekapazität von 12 Stangen, mit Durchmessern von 10 bis 150 mm, so dass die vollautomatische Sägebearbeitung von Aufträgen mit unterschiedlichsten Materialien in kleinsten bis mittleren Losgrößen gewährleistet ist.
Restmaterialien, die nicht mehr benötigt werden und eine Mindestlänge von 450 mm haben, gelangen auf einen Rücklagerpolder und kürzere Reststücke werden über die Abschnitt-Sortieranlage in einen bereitstehenden Reststückbehälter entsorgt. Für die bei Klöckner Stahl- und Metallhandel öfters anstehenden, größeren Auftragslose ist dem Universalmagazin ein zusätzlicher Vorlagepolder für Rundmaterial oder Rohre mit Durchmessern von 25 bis 90 mm vorgeschaltet, so dass insgesamt eine Materialkapazität von 6 plus 5 = 11 t besteht.
Zur Bewältigung der Vielfalt
Für das Austragen und das weitere Handling der gesägten Abschnitte ist die Sägemaschine mit einem so genannten Sortiertisch versehen, auf dem die Aussortierung der Anschnitte und der nicht rücklagerfähigen Reststücke sowie die auftragsbezogene Sortierung gesägter Abschnitte in fünf vorwählbare Positionen erfolgt. Von dort nimmt der 6-Achsen-Industrieroboter, der je nach Werkstücken mit verschiedenen Greifern auszurüsten ist, die gesägten Abschnitte auf und legt sie 
Dieses Bild zeigt die Endenbearbeitungsanlage.
Dieses Bild zeigt die Endenbearbeitungsanlage.
wahlweise auf oder in eine der acht bereitstehenden Europaletten mit Aufsatz, oder er übergibt den Sägeabschnitt bei Bedarf direkt in die Zentrierbohrmaschine zur Bearbeitung.
In der Zentriermaschine können Rundmaterial-Sägeabschnitte im Durchmesserbereich von 30 bis 150 mm mit Zentrierbohrern DIN 333 R der max. Größe 25,0 x 10,0 mm beidseitig bearbeitet werden, wobei die Sägeabschnitte eine Länge von min. 150 mm bzw. max. 2.000 mm haben dürfen.
Die Einstellung der Zentrierbohrmaschine auf die jeweiligen Werkstückabmessungen erfolgt vollautomatisch. Der Roboter holt das bearbeitete Teil aus der Zentriermaschine und legt es in den vorbestimmten Auftragsbehälter. Alternativ gibt es eine zusätzlich aufgestellte Rungengestell-Ablagemulde als (Zwischen-)Lagerplatz zur Aufnahme größerer Sägeabschnitte mit Längen von 1.100 bis 2.000 mm, so dass die Bearbeitungszeiten beim Zentrierbohren entkoppelt sind und den Prozessablauf beim Sägen und Handhaben nicht beeinträchtigen. Der Roboter übernimmt demnach die zentrale Handlingaufgabe – nämlich von der Abnahme des Sägeabschnitts und der Zuordnung zur Zentriermaschine bis hin zur Teileablage in den entsprechenden Kommissionier- und Lieferbehälter.
Der Roboter handhabt universell alle Sägeabschnitte mit Durchmesser 25 bis 150 mm in Materiallängen ab 8 bis 2.000 mm. In den acht bereitstehenden Europaletten-Behältern lassen sich Abschnitte bis 1.100 mm Länge ablegen – längere Abschnitte kommen die Rungengestell-Ablagemulde. Der Roboter handhabt Werkstückgewichte bis 135 kg und erlaubt, inklusive Greifersystem, Gesamtlasten bis 200 kg. Die Greiferauswahl geschieht 
Ablegen der Sägeabschnitte auf Euro-Palette mit Aufsteckrahmen.
Ablegen der Sägeabschnitte auf Euro-Palette mit Aufsteckrahmen.
automatisch, wobei hier ein mechanischer Greifer für wellenförmige Abschnitte der Längen 200 bis 1.100 mm, ein mechanischer Greifer für wellenförmige Abschnitte der Längen 60 bis 300 mm, eine Vakuum-Abschnittaufnahme für scheibenförmige Rundmaterial-Abschnitte und eine Vakuum-Abschnittaufnahme für Flachmaterial-Abschnitte zur Verfügung steht.
Anwender-Vorteile zum Wohle seiner Kunden
Die von Klöckner formulierten Vorstellungen konnten von Kasto überzeugend umgesetzt werden. Technisch und wirtschaftlich interessant war und ist für den Kasto-Kunden, dass für die Realisierung der Anlage zu einem Großteil auf bereits vorhandene Maschinen und Materialfluss- sowie Handlingsysteme zurückgegriffen werden konnte. Das Sortier-Handling der Sägeabschnitte bis 1.100 mm Länge in bereitstehende Kommissionier- und Lieferbehälter (Anm.: Europalette mit Aufsatzrahmen oder Euro-Gitterboxen) erleichtert den Mitarbeitern nicht nur die Bewältigung der zahlreichen sowie durch sehr unterschiedliche Stückzahlen gekennzeichneten Aufträge. Denn auch das aufwändige, zeitraubende Material- Handling mit den Rohstangen gehört der Vergangenheit an und die Materialversorgung erlaubt den durchgängigen Mehrschichtbetrieb ohne weiteren Personaleinsatz.
Mit der zusätzlichen Bearbeitungs-Dienstleistung „Zentrierbohren“ erschließt sich Klöckner Stahl- und Metallhandel zudem neue Kundenkreise bzw. kann die bestehende Kundschaft noch besser versorgen. Das Robotersystem zum Sortieren der Abschnitte, zur Beschickung der Zentriermaschine und zur Entnahme fertig bearbeiteter Werkstücke gewährleistet schließlich die vollautomatische Mehrmaschinen-Bedienung, für die sonst diverse Mitarbeiter pro Schicht erforderlich wären. Dies wiederum ließe sich bezüglich Kostenkalkulation wirtschaftlich wohl nicht mehr attraktiv darstellen, wogegen die vollautomatische Produktion der noch stärker angearbeiteten Sägeabschnitte absolute Wettbewerbsvorteile mit sich bringt.

Kasto_Automatisierung4 (Aufhänger,es kann auch anderes Bild probiert werden): Roboter bei der Entnahme einer Welle aus der Sägemaschine.

KASTOvariospeed C 15-Sägeanlage bei Klöckner Stahl- und Metallhandel Landsberg – mit Zufuhrmagazin, Roboter-Sortierung KASTOsort und Zentrieranlage.

Dieses Bild zeigt das Entnehmen einer zentrierten Welle aus der Endenbearbeitungsanlage.

Dieses Bild zeigt die Endenbearbeitungsanlage.

Ablegen der Sägeabschnitte auf Euro-Palette mit Aufsteckrahmen.